Was wird gemacht?

 

Die Massnahmen zur Sanierung, zur Verbesserung der Hochwassersicherheit und zur Aufwertung der Thur in Wattwil werden zurzeit erarbeitet. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick der beabsichtigten Massnahmen (Entwurf). Sobald detailliertere Pläne erarbeitet und von den zuständigen Stellen bestätigt sind, werden diese hier präsentiert.
Wenn Sie interessiert sind, genaueres zur Flussraum-Gestaltung zu erfahren und in diesen Fragen mitzuwirken, sind Sie herzlich eingeladen im Beirat der Thursanierung teilzunehmen. Informationen und Anmeldemöglichkeit zur nächsten Beiratsveranstaltung, sowie Resultate und Fragestellungen aus den bereits durchgeführten Veranstaltungen finden Sie hier: Informationen zum Beirat.  An den Beiratsveranstaltungen wurden bisher zwei Handouts mit Informationen zum Projekt abgegegen:  

  • Handout der Startveranstaltung am 23.11.2016: PDF, 800 KB
  • Handout der zweiten Veranstaltung am 22.2.2017: PDF, 2 MB
  • Handout der dritten Veranstaltung am 10.5.2017: PDF, 2 MB

 

Übersicht der Massnahmen

Massnahmen Ueberblick

Übersicht: Entwurf der Massnahmen zur Sanierung, zur Verbesserung der Hochwassersicherheit und zur Aufwertung der Thur in Wattwil (zum Vergrössern auf das Bild klicken)

1. Verbreiterung des Flussraumes

Die Thur wird in Wattwil verbreitert. Damit können die Flusssohle angehoben und Unterspülungen des Uferschutzes zukünftig vermieden werden. Gleichzeitig wird der Hochwasserspiegel so weit gesenkt, dass die Thur ein 100-jährliches Hochwasserereignis schadlos ableiten kann. Erst ab einem 300-jährlichen Hochwasserereignis können lokale Ausuferungen nicht mehr ausgeschlossen werden.
Im dicht bebauten Siedlungsgebiet zwischen Rickenbach und Schmiedenbach, wo angrenzende Gebäude den Flussraum begrenzen, sieht das Projekt eine Verbreiterung des Flussbetts von heute 18 bis 26 auf 30 Meter vor. In den anderen Abschnitten, wo der Flussraum an Landwirtschafts- oder Freiflächen grenzt, muss die Thur bis auf über 40 Meter verbreitert werden.

Geprüfte Alternativen zur Flussverbreiterung

Variantenstudien haben gezeigt, dass bei der Thur in Wattwil die Abflusskapazität nur über eine Verbreiterung des Flussraumes erhöht werden kann. Eine Absenkung der Flusssohle, der Bau von Dämmen oder die Dämpfung der Hochwasser in Rückhalteräumen führen nicht zum Ziel.

Thurwege bleiben beidseitig erhalten

Das Projekt sichert den Fortbestand der beidseitigen Thurwege. Der rechtsseitige Uferweg soll aber verbreitert werden, sodass Fussgänger und Radfahrer mehr Raum erhalten. Der linksseitige Uferweg bleibt, abgesehen vom bereits heute asphaltierten Abschnitt, ein Kiesweg. Bei den Strassenbrücken werden die Wege soweit möglich kreuzungsfrei im Abflussprofil geführt.

Baum-Allee muss mehrheitlich neu gepflanzt werden

Die Thur begleitende Allee, die im kommunalen Schutzplan als Schutzobjekt enthalten ist, prägt das Landschaftsbild. Nach dem Ausbau des Hochwasserschutzes soll wieder eine durchgehende Allee angelegt werden. Wegen der Verbreiterung des Abflussprofils und der Uferwege muss die Allee aber in vielen Abschnitten durch eine Neupflanzung ersetzt werden. Überall wo es möglich ist, sollen aber die bestehenden Bäume erhalten werden.

 

2.  Neue Uferverbauungen und Sicherung der Flusssohle

Durchgehende Sicherung der neuen Ufer

Mit der Verbreiterung der Flusssohle werden beide Ufer zurück versetzt und neu gesichert. Im Siedlungsgebiet müssen die Böschungen aus Platzgründen mit einem rauen Blocksatz befestigt werden. Entlang der Kurvenaussenseiten ist auch die Erstellung einer Ufermauer möglich.
Ausserhalb des Siedlungsgebiets, wo die Ufer flach gestaltet werden, werden die Ufer mit Buhnen gesichert. Dies sind quer zur Strömung angeordnete Bauwerke aus Natursteinblöcken, welche das Wasser zurück in das Gerinne lenken. Zwischen den Buhnen entstehen naturnahe, gut zugängliche Buchten.

Vielfältige Flusssohle

In der verbreiterten Flusssohle werden sich Kiesbänke und ein natürlicher Niederwasserbereich bilden. Entlang der Prallufer bilden sich Kolke (Tiefstellen) und entlang der Gleitufer (Kurveninnenseite) Flachwasserzonen. In Fliessrichtung wird sich ein leicht abgestuftes Längenprofil mit unterschiedlichen Strömungen entwickeln: starke Strömung in Flussschnellen und geringe Strömung in Rinnen.

Sohlensicherung mit Sohlrampen

Zwischen den Brücken Waisenhausstrasse und Rietwies hat sich die Thur am stärksten eingetieft. Mit der Verbreiterung der Thur wird sich naturgemäss eine höhere Sohlenlage einstellen. Diese Prozesse werden durch Kiesschüttungen aktiv unterstützt. Gleichzeitig muss die höhere Sohlenlage mit zwei flachen und strukturierten Blockrampen punktuell fixiert werden. Diese Sohlenrampen sind im Bereich des Schwimmbades geplant.

Abflachung von Uferbereichen

Die Uferböschungen angrenzend zu Landwirtschafts- oder Freiflächen abgeflacht. An diesen Stellen wird der Zugang zur Thur besonders einfach. An den aussenliegenden Flusskurven werden zum Schutz vor Erosion Mauern erstellt.

 

3. Verbesserung der Zugänge und Querungen der Thur

Ein grosses Defizit der heutigen Flussraum-Situation ist der fehlende Wasserzugang für Erholungssuchende. Das Sanierungsprojekt soll dieses Defizit beheben. An mehreren Uferabschnitten sollen die Böschungen so gestaltet werden, dass sowohl der Zugang wie auch der Aufenthalt direkt am Wasser möglich ist.

 

4.  Ökologische Aufwertung des Flussraumes

Mit der Uferabflachung und Verbreiterung der Flusssohle schafft das Projekt geeignete Rahmenbedingungen für eine natürliche, ökologische Dynamik. Der Flussraum wird mit verschiedenen Strukturen gestaltet wie:

  • Hecken- und Baumzonen für Insekten und Vögel
  • vegetationsarme Ruderalflächen für spezialisierte Pflanzen
  • strukturreiche Flusssohle mit Hinterwasserbereichen und kleinen Stromschnellen für verschiedene Lebewesen im Wasser
  • steile Trockenwiesenböschungen für Insekten und Blütenpflanzen
  • Ast- und Steinhaufen für Reptilien
  • Flachwasserbereiche und kleine Flutmulden für Amphibien
  • ökologisch aufgewertete Seitenbachmündungen


Aufwertung des Lebensraums der Fische

Die mittlere Thur wird für standortgebundene und wandernde Fischarten wieder zu einem attraktiveren Lebensraum. Folgende Massnahmen sind vorgesehen:

  • durchgehende Fischwanderung im Projektperimeter
  • Sohlrampe oberhalb Rietwiesbrücke auch für kleine Fischarten durchgängig
  • Fischunterstände sowie Totholz-Areale
  • strukturreichere Flusssohle
  • fischgängige Aufwertung des Mündungsbereiches
  • breite, benetzte Stellen im Flussbett mit unterschiedlichen Wasserströmungen und -tiefen
  • gut benetzte Kiesflächen als Laichgebiete
  • Entfernung von bestehenden Aufstiegshindernissen für Fische
  • Verbesserung der Vernetzung verschiedener Gewässerbereiche (z.B. Mündungen der Seitenbäche)